Weidende Schafe auf Streuobstflächen sind öfter zu sehen. Die kleinen Wiederkäuer eignen sich zur Pflege dieser Flächen besonders gut. Beweidung durch Schafe ist im Streuobst seit jeher von besonderer Bedeutung. Sie erleichtert und vereinfacht die Ernte im Herbst. Zudem fördert sie die Artenvielfalt, denn Pflanzen, Insekten und Vögel profitieren sehr von der Beweidung mit kleinen Wiederkäuern.
Traditionell kombinieren Streuobstflächen Grünlandvegetation mit hochstämmigen Obstbäumen, beispielsweise Apfel, Zwetschge oder Birne. Sie sind artenreich, denn zahlreiche Insekten, Vögel, Amphibien und Reptilien finden in den Bäumen und dem vorhandenen Grünland Nahrung, Brutplätze und somit einen Lebensraum. Aufgrund des teilweisen engen Baumbestandes eignen sich Streuobstwiesen zur Mahd eher weniger. Schafe halten den Aufwuchs kurz, verhindern die Verbuschung und schaffen so neue ökologische Nischen. „Auch ihrer Rolle als Samentaxi können die Schafe so hervorragend nachkommen und Pflanzensamen von einem zum nächsten Standort tragen“
Die vorhandenen Bäume mit ihren ausladenden Kronen bieten den Schafen im Sommer zudem Schutz vor der Hitze. Da Schafe nicht über die Haut schwitzen, freuen sie sich über ein kühles, schattiges Plätzchen. Allerdings müssen die Obstbäume vor Verbiss geschützt werden.
———————————————————————————————————-
Holger Langschied ist Lehrer an einer Berufsbildenden Schule und arbeitet zudem im eigenen Betrieb als Dienstleister für Naturschutz und Beweidung. Er hält eine Herde mit rund 100 Mutterschafen.
Es wird zudem noch der Filmbericht des SWR gezeigt (45 Minuten).


